Mittwoch, 17. September 2008

She's biting her nails (for Jenny)

She’s biting her nails
restless
relentless
driven
subject to a
devouring creature
living inside
So nervous
half sick
nothing helps
but biting
She won’t stop
until nothing is left
but a rugged landscape
on her fingertips
She’s biting her nails
even if her mom told her not to
a lifetime
her mom was wrong
she has no choice
nevertheless
the poison
administered in tiny doses
shows destructive effects
damaging her for years
leaving a voice
hissing
every time
she has to show her fingers
ugly
dirty
all bitten
skin in shreds
sores
a pity to look at
But,
she feels sympathy
for her pitiable little creatures
She resists the temptation
to hide her fingers
she’s got to love them
after all
August 2005 © Monika Richrath

The Wolf (for Ana)

I am the wolf
all blackness inside
all gone wild
you are the lamb
offering innocently radiant smiles
to me
unaware of the dark abysses
your smile is bursting up
tearing me to pieces
creating shadows where I get lost
The exit whizzed by long ago
I knew before what I was getting myself into
but I am afraid
I was not prepared enough for your innocence
all I would like to do now
is to sink my teeth into you
very tenderly

©Monika Richrath, June 2005

Der Schutzanzug

Im Hausflur ist es angenehm kühl. Ich springe die Treppe herunter, immer zwei Stufen auf einmal nehmen. In Gedanken bin ich bei dem gestrigen Abend. Endlich habe ich die Frau, die ich schon seit Wochen heimlich anschmachte, kennengelernt! Heute abend werde ich sie wieder sehen! Energisch reiße ich die Haustür auf und trete auf die Straße. Klackend fällt die Haustür hinter mir ins Schloss.
Glühende Hitzewellen rollen auf mich zu, überspülen meinen Körper, versengen meine Haut. Ich verbrenne.
Erschrocken suche ich den Himmel ab. Doch da ist nichts, nur unendlich blaue Weite. Nicht der Schimmer einer Wolke. Jetzt ein Glas Wasser trinken!
Besorgt sehe ich auf meinen geröteten Arm, der sich unterhalb des Handgelenks schon zu schälen beginnt. Siedendheiß fällt mir ein, dass ich heute morgen im Überschwang meiner Gefühle vergessen habe, die Durchsage der Ozonwerte anzuhören. Auch auf das Thermometer habe ich keinen Blick geworfen. Wie heiß es jetzt wohl sein mag, so früh am morgen, 43, 44 Grad? Ich muss unbedingt ins Haus zurück und meinen Schutzanzug anziehen. Aber wo ist der Hauseingang?
Salziger Schweiß läuft in Strömen meine Stirn herab und verklebt mir die Augen. Ich drehe mich mehrmals um mich selbst und lasse meinen Blick unsicher über die Straße streifen. Das trocknende Salz lässt meine Augen tränen. Durch den Tränenschleier sehe ich undeutlich eine gelbrote wabernde Masse vor mir, von der sich die Konturen der Häuser dunkel und verschwommen abheben. Offensichtlich ist die Straße menschenleer. Welches der Häuser ist nur meins?
Es wäre sinnlos, an irgendeinem beliebigen Haus zu klingeln, da die Bewohner von der Regierung nach den vielen Überfällen ausdrücklich dazu aufgefordert wurden, Fremden die Türen nicht zu öffnen.
Panik befällt mich. Ich öffne meinen Mund um gellend nach Hilfe zu schreien, aber meine Zunge scheint am Gaumen festgeklebt zu sein, ich bringe nur ein kleines krächzendes „Hilfe“ heraus.
Ich spüre, dass sich die Haut meiner Arme jetzt in großen Fetzen ablöst. Als die Hitze das Fleisch trifft, schreie ich vor Schmerz auf. Ich beginne um mich zu schlagen um meinen unsichtbaren Feind zu vertreiben und biete so doch nur noch mehr ungeschützte Angriffsfläche. Der Schmerz ist unerträglich.
Ich beginne zu taumeln und sinke auf den heißen, aufgeweichten Asphalt, dessen aufgespeicherte Wärme sich wie mit glühenden Nadelspitzen durch mein T-Shirt und meine Jeans frisst.
Es riecht nach verbrannten Haaren und nach verbrannten Fleisch. Dann rieche ich nichts mehr.
Ich träume von kühlen, blauen Wellen, die mich zuerst sanft umspülen, dann immer größer und größer werden und schließlich über mir zusammenschlagen.

© Monika Richrath

I d'ont live here any more

May be
my former happiness
turned to smoke
vanished into the air
where it is lingering invisibly
joining sadness
hope, despair and joy
thickening my breath
difficult to inhale.
I do not recognize myself
an empty room
nothing to give
not even to myself
but buried by those feelings
lingering about
I feel crushed
under their weight.
I wish I could sleep
a very long time
and wake up into
a different being
or a different world.

© Monika Richrath, February 2006

Ridiculous

Get out of my way
BULLDOG
you steal the light
of my day
you sod
forcing me
into myself
where I hoard
for arms
bitch
futile efforts that lead
nowhere
completely
defenceless
towards people like you
Fucker
I have no arms
sicko
you skin me
leave me naked
anxious and Lost
a little child
Fat cow
you suck life from me
an empty leech
feeding from other beings
I try to kill you
with words
Ridiculous

© Monika Richrath, Juni 2005

Engel

schwindelig schnappen engel
ertrinken in geflüster
hungrige haut
schwach bin ich in meinem rausch
feucht explodiert mein herz
komm verirrter mond

Juni 2005

The Wolf

I am the wolf
all blackness inside
all gone wild
you are the lamb
offering innocently radiant smiles
to me
unaware of the dark abysses
your smile is bursting up
tearing me to pieces
creating shadows where I get lost
The exit whizzed by long ago
I knew before what I was getting myself into
but I am afraid
I was not prepared enough for your innocence

all I would like to do now
is to sink my teeth into you
very tenderly